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Sonntag, 1. Februar 1998

Den Liebsten suchend

18:48

Leisen Fusses schreitet mein Herz
in der Frühe durch deiner Liebe Gärten.
Und obwohl die Wege rauh,
so erfrischt mich Morgentau.
Und zarte Haut muss nicht verhärten.
Empfangen im Schmerz
erhebt sich meine Seele im Grauen,
sucht rastlos hinter Bäumen
nur das Eine: den Liebsten zu Schauen.
Bebend sehnt sich mein Leib
für ewig zu vereinen
mit ihm, der keinen mehr hat
(weil er den meinetwegen gab)
und geb` ihm meinen.

Mittwoch, 24. Dezember 1997

Adventskranz

18:48

Adventskranz

Buntes Feuerzeug in meiner kalten Hand.
Kleines Licht wirft grosse Schatten an die Wand,
bringt wärmende Helle in mein Herz,
lindert sanft den tiefen Schmerz.

Die zweit Kerze gibt Geborgenheit hinzu.
Echte Geborgenheit hast nur du.
Auch wenn ich g’rad sehr einsam bin,
schenkst du meinem Dasein Sinn.

Weiss ich auch nicht, wohin ich geh’,
fehle ich nicht, solang’ ich dich noch seh’.
Dunkles und helles ist in mich gelegt.
Helles dunkles besiegt, wenn Jesus in der Mitte steht. 

Drei Kerzen leuchten nach des Wartens langer Zeit. 
Drei Kerzen leuchten zum Symbol der Dreieinigkeit; 
Gericht, Gnade, Ewigkeit mit Gott.
Was höre ich noch auf der Geister Spott.

Mit jeder Stunde rücken sie näher ein Schritt.
Ich muss entscheiden: Mit wem geh’ ich mit ?
Vier Kerzen, wie Säulen in einem Haus,
und tausend sind’s, schau’ ich hinaus.

(1997)

Samstag, 1. Februar 1997

reines weiss

18:50
weisse sterne tänzeln leicht
vollkommen und verheissungsvoll
zur erde nieder. Keiner gleicht
dem andern,
soweit der himmel reicht
man wunder sehen soll
wir alle wandern
und der schnee
deckt die steine zu
gibt den müden ruh
wenn ich so durch narnia geh
werd ich froh
weil das reine weiss
sich sanft und leis
auch auf meine steine
deckend legt
ich mich geborgen weiss
niemand geht alleine
wenn eine schwester 
mit der andern geht
sind die zwei wie eine.

Jesus

18:49
Der Tag war hart und lang.
Es regnet, vieles lief krumm.
Ich weine – doch irgendwann
wird alles gut – weine stumm.

Dann seh’ ich seine Augen,
fasse seine durchbohrte Hand.
Ja! Ich kann es glauben,
kann es sehen das gelobte Land.

Öffne mein Herz im Sonnenlicht
wie eine Knospe wenn der Tag anbricht.
Das Licht dringt in mich ein.
Ich finde Mut mich selber zu sein.

Er hat mich sosehr lieb,
dass er sich selber für mich gibt.
Und am Kreuz sein Schmerzensschrei
macht mich von allen Schmerzen frei.

Nie mehr wandere ich in Einsamkeit,
werde frei zu nehmen und zu geben.
Jesus ist da für mich allezeit,
schenkt mir Freude und Kraft zum Leben.

Der Sohn

18:47

Es sind nicht unsere grossen
Taten in der Welt,
sondern die kleinen Schritte
im tiefsten Innern unseres
Herzens, die uns wirklich zu jemand
bedeutendem machen.